NRW bekommt ein Landeskinderschutzgesetz

Kinderschutz ist nicht erst durch die in den vergangenen Jahren bekannt gewordenen Fälle systematisch angelegter sexualisierter Gewalt von überragender Bedeutung. Dabei umfasst Kinderschutz nicht nur die Abwehr von Kindeswohlgefährdungen, sondern auch den Anspruch, Kinder als eigene Rechtssubjekte zu achten und als diese zu schützen. Die Landesregierung hat daher diese Woche einen Gesetzentwurf ins Plenum eingebracht, der zum einen ein eigenes Landeskinderschutzgesetz NRW, zum anderen Änderungen des Kinderbildungsgesetzes enthält. Die staatliche Aufgabe und Rolle im Kinderschutz wird somit präzisiert und qualitativ gestärkt. Schwerpunkte des Gesetzentwurfs sind:

  • Fachliche Standards bei Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung einschließlich Qualitätsberatung und -entwicklung
  • Eine anzustrebende Zusammenarbeit der beteiligten Akteure in Netzwerkstrukturen
  • Leitlinien für Kinderschutzkonzepte mit dem Ziel, mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und ihnen angemessen zu begegnen

Mit dem Gesetzentwurf will das Land NRW zudem die gute Arbeit der Jugendämter in NRW bei der Abwehr von Kindeswohlgefährdungen unterstützen und qualitativ weiter ausbauen. Dies soll vor allem durch finanzielle Förderung der hohen fachlichen Standards in den Jugendämtern und Fortbildungen der Beteiligten gelingen.