Familienminister Stamp zu Besuch im Ludwig-Steil-Hof

Der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Joachim Stamp, war zu Gast im Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp. Gemeinsam mit der Espelkamper Landtagsabgeordneten Daniela Beihl, dem heimischen Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler (beide FDP) und Espelkamps Bürgermeister Henning Vieker (CDU) ging es um die Zukunft der Einrichtung und zentrale Themen wie Betreuung, Integration, Ausbildung und Förderung.

Als erstes besuchte Minister Stamp eine Integrationsklasse im Ludwig-Steil- Hof und machte den Schülerinnen und Schülern Mut, weiterhin ihre Ziele zur verfolgen und couragiert für Beruf oder Studium zu lernen. „Hier gibt es alle Möglichkeiten. Wenn ihr fleißig seid und mit Begeisterung lernt, habt ihr viele Chancen – auch, wenn Deutsch eine schwere Sprache ist“, so Stamp.

Die Integrationsklasse ist nur ein kleiner Teil des Ludwig-Steil-Hofs. In einem Vortrag stellte Vorstand und Pfarrer Stefan Bäumer auch die Senioren- und Jugendhilfe, die psychosoziale Rehabilitation, eine Förderschule sowie berufliche Bildungsmaßnahmen und -angebote für Jugendliche vor. Auch die besondere Geschichte und die Verbundenheit zur Stadt Espelkamp wurde deutlich, die auch Bürgermeister Henning Vieker heraus hob: „Der Ludwig- Steil-Hof ist aus Espelkamp nicht mehr wegzudenken.“

Föderschule hat Strahlkraft für ganz NRW

Der Vorsitzende des Stiftungsrates Kai Abruszat stellte die evangelische Ludwig-Steil-Hof-Stiftung vor. „Der Steil-Hof ist fast wie ein eigener kleiner Stadtteil in Espelkamp. Wir haben 25 Gebäude und über 700 hauptamtliche Mitarbeiter.“ Das Besondere am Steil-Hof ist auch seine Geschichte: Bereits im Jahr 1948 diente das Gelände erstmals als Jugendheim, Förder- und Haushaltsschule. Viele Kinder und Vertriebene aus den Ostgebieten fanden damals in der Einrichtung eine Unterkunft. „Förderschulen gibt es in NRW zwar viele, aber diese Schule ist nicht nur wichtig für Espelkamp, sondern hat eine Strahlkraft für ganz NRW“, schließt Abruszat.

Die heimische Landtagsabgeordnete Daniela Beihl bekräftigte: „Ein Dank gilt vor allem den Lehrkräften und den Kolleginnen und Kollegen in der Schulsozialarbeit, die auch bei vielen persönlichen Problemen der Schülerinnen und Schüler hervorragende Arbeit leisten und die jungen Menschen auf das Leben vorbereiten.“ Bäumer erklärte: „Wir leisten hier nicht nur pädagogische Arbeit, sondern sind auch oft Ersatz-Mutter und Vater für die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge.“

Bischof-Hermann-Kunst Schule ist Spiegel der Gesellschaft

Bei dem Austausch mit den Politikern waren auch der demografische Wandel und der damit steigende Pflegebedarf ein Thema, sowie die aktuelle Situation in Afghanistan. Der Schulleiter der Bischof-Hermann-Kunst-Schule, Dieter Gerecke, erklärt: „Schaut man auf den Steil-Hof, weiß man direkt, wie es gerade in Deutschland aussieht. Wir sind quasi ein Spiegel der Gesellschaft“.

„Wir haben hier die Zukunftsaufgabe, alle die hier sind auch zu integrieren, damit diese auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen haben und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, so Stamp. Hier setzte auch der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler an: „Unsere Wirtschaft braucht dringend Nachwuchsfachkräfte. Die Vernetzung zwischen unseren Schulen und Ausbildungsbetrieben ist dafür sehr wichtig.“

Pfarrer Bäumer würde gerne mit langfristigen Mitteln und Investitionen planen und nicht nur mit zeitlich gebundenen Projektgeldern. Für die vielen wichtigen Aufgaben, die die Stiftung übernimmt, wäre eine solche Planungssicherheit eine große Erleichterung.

Nach Abschluss des Gesprächs bedankte sich Stamp ausführlich für die „segensreiche Arbeit“ der Sozialarbeiter, Pädagogen und Pfleger und versprach einen erneuten Besuch, um noch einmal ausführlich über das Thema Integration und eine bessere Vernetzung und Verstetigung zu sprechen.