Digitalisierung der juristischen Ausbildung

Die Digitalisierung spielt auch im juristischen Bereich eine immer größere Rolle. Zum Einen ergeben sich neue rechtliche Fragen wie zum Beispiel Haftungsfragen und Verantwortlichkeit bei künstlicher Intelligenz. Zum Anderen erhält Legal Tech, also die Digitalisierung juristischer Arbeit, immer mehr Einzug. Hierzu zählen komplexe Programme ebenso wie einfache Programme zur Organisation und Datensammlung. Daraus ergeben sich ganz neue Anforderungen an die juristische Ausbildung.

Um Studierende der Rechtswissenschaften optimal auszubilden, bedarf es einer Erweiterung der Studieninhalte um die Bereiche „Recht zur Digitalisierung“ und „Legal Tech“. Auch müssen neue, digitale Methoden der Wissensvermittlung entwickelt werden. Ein Studium, das klassisches juristisches Handwerkszeug mit modernen digitalen Lehrmethoden und -Inhalten verbindet, ist für die Gewinnung starker Nachwuchskräfte elementar.

In einem gemeinsamen Antrag mit der CDU fordern wir die Landesregierung daher auf, in den Dialog mit den Hochschulen und jeweiligen juristischen Fakultäten in NRW zu treten. 

Diskutiert werden soll über weitere Formate im Sinne einer zeitgemäßen und modernen Lehre und die Erweiterung der Lehrinhalte und Zusatzqualifikationen um die Bereiche juristisches Projektmanagement, digitales Recht und Legal Tech. Hierzu sollen auch Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fakultäten und Hochschulen sowie der Wirtschaft ausgebaut werden. Zu prüfen ist, welche Fördermittel aus EU- und Bundesebene für entsprechende innovative Projekte zur Verfügung stehen. Auch soll geprüft werden, inwiefern eine eigene Professur die Einbindung der Digitalisierung und Legal Tech in die juristische Ausbildung unterstützen kann. Abschließend soll sich die Landesregierung im Rahmen einer Bundesratsinitiative für eine Ergänzung der Schlüsselqualifikationen, die im Deutschen Richtergesetzt detailliert aufgeführt sind, um die Qualifikation der Datenkompetenz einsetzen.

Neben der Ergänzung der Kompetenzen wollen wir die Angebote der Hochschulseite zur Examensvorbereitung stärken. Hochschulen sollten die Vermittlung des notwendigen Prüfungsstoffs in der Weise gewährleisten, dass die Wahrnehmung kommerzieller Angebote nicht notwendig ist. Zur Examensvorbereitung in den Rechtswissenschaften besucht jedoch fast jede:r Studierende ein privates Repetitorium. Die Landesregierung soll sich hier für die Gründung eines runden Tisches stark machen, der in NRW universitätsübergreifend Konzepte für UniReps, also hochschulseitig angebotene Repetitorien, auch in digitaler Form entwickelt.

Unseren Antrag und weitere Informationen finden Sie hier.