Daniela Beihl und Lorenz Deutsch besuchen Alte Synagoge in Petershagen

Gemeinsam mit meinem Kölner Kollegen Lorenz Deutsch habe ich in der letzten Woche die Alte Synagoge in Petershagen besucht.

In einer kleinen Seitenstraße der Petershagener Innenstadt gelegen, lässt sich von außen nur erahnen, welches beeindruckende und einmalige Ensemble sich hinter den Backsteinmauern und dem angeschlossenen Fachwerkhaus verbirgt: die ehemalige Synagoge, jüdische Schule und Mikwe, das Bad zur rituellen Reinigung, aus dem Jahr 1845/46.

Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V., die sich um die Pflege und das Erfahrbar machen der Alten Synagoge kümmern, Gerhard Franke, hatte sich die Zeit genommen, uns zu führen.

Die Sorge von Herrn Franke, durch die lange Corona-Zeit manche Details der Führung vergessen zu haben, war völlig unbegründet. Lebhaft und pragmatisch führte er die Abgeordneten und Heiner Müller, FDP-Ortsvorsitzenden von Petershagen, durch das Ensemble und berichtet vom jüdischen Leben in der Region, der Verwüstung in der Reichspogromnacht, dem unendlichen Leid der jüdischen Mitbürger:innen, aber auch von dem Kontakt zu Hinterbliebenen aus der ganzen Welt.

„Ich würde mich freuen, wenn jedes Schulkind der Region die Gelegenheit hätte, diesen Ort zu besuchen. Die Auseinandersetzung, das Gedenken und Verstehen ist unendlich wichtig“, erklärte Daniela Beihl nach dem Besuch.

Lorenz Deutsch fügte hinzu: „Wir feiern in diesem Jahr 1700 Jahr jüdisches Leben in Deutschland. Ich bin froh, dass es engagierte Menschen gibt, die die Orte des jüdischen Lebens für uns und nachfolgende Generationen lebendig halten. Die Alte Synagoge Petershagen ist ein Kulturschatz.“

Herr Franke erklärte, dass der Besuch der Alten Synagoge durch die ehrenamtlichen Helfer des Bürgervereins möglich gemacht wird. Aktuell sind die Besuchszeiten noch eingeschränkt, aber der Verein ist telefonisch erreichbar und macht einen Besuch auch individuell möglich.

Der bewegende Besuch endete mit der Erkenntnis von uns allen, dass es mehr junge Menschen braucht, die sich mit um diesen Ort und das Gedenken bemühen. Es braucht vor allem das zeitliche Engagement. Die Arbeitsgemeinschaft „Alte Synagoge Petershagen“ freut sich daher über neue Mitglieder, die mitmachen wollen, damit die Gedenkstätte weiter erlebbar bleibt.